KI-Werkstatt „Horizont Handwerk“ erfolgreich abgeschlossen
Sechs Handwerksbetriebe entwickeln ihre eigenen KI-Lösungen für die Praxis
Abschluss KI-Werkstatt am 28.7.2026
Wie lässt sich Künstliche Intelligenz so einsetzen, dass sie Handwerksbetrieben im Alltag wirklich hilft?
Mit dieser Frage startete die KI-Werkstatt „Horizont Handwerk“. Nach mehreren Monaten gemeinsamer Arbeit fand nun der Abschlussworkshop in Rutesheim statt – mit einem beeindruckenden Ergebnis: Alle teilnehmenden Unternehmen präsentierten individuelle Anwendungen, die direkt aus ihren eigenen betrieblichen Prozessen entstanden sind.
Anders als bei vielen KI-Projekten stand dabei nicht ein bestimmtes Tool oder eine Software im Mittelpunkt. Ausgangspunkt waren vielmehr die Arbeitsabläufe der Betriebe. Gemeinsam wurden Prozesse analysiert, dokumentiert und anschließend Schritt für Schritt in individuelle KI-Anwendungen überführt. Dieser prozessorientierte Ansatz zog sich durch die gesamte Werkstatt und bildete die Grundlage für alle entwickelten Lösungen.


Aus Ideen wurden funktionierende Anwendungen
Besonders spannend war der Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Unternehmen.
Kaiser
Bastian Kaiser präsentierte einen selbst entwickelten digitalen Baustellenplaner. Die Anwendung unterstützt bei der Einsatz- und Kapazitätsplanung, berücksichtigt Urlaubs- und Krankheitszeiten und erkennt Planungskonflikte automatisch. Entwickelt wurde die Lösung nahezu vollständig mit Unterstützung von KI.
Gröber GmbH
Manuel Gläser stellte einen digitalen Tagesbericht vor, der speziell für den mobilen Einsatz auf Baustellen entwickelt wurde. Besonders überzeugend: Die Anwendung unterstützt mehrere Sprachen und übersetzt Eingaben automatisch. Dadurch können Mitarbeitende unterschiedlicher Nationalitäten deutlich einfacher dokumentieren. Gemeinsam mit S3-Medien wurde der Prozess analysiert und die Lösung entwickelt.
Fischer GmbH
Auch Tobias Fischer arbeitet an einer digitalen Erfassung von Tagesberichten und Arbeitszeiten. Ziel ist es, handschriftliche Stundenzettel künftig vollständig zu ersetzen. Die Lösung unterstützt Spracheingaben, ordnet Projekte automatisch zu und soll künftig direkt an die Branchensoftware angebunden werden. Auch dieses Projekt entstand gemeinsam mit S3-Medien auf Basis einer detaillierten Prozessanalyse.
Soyez
Bei Soyez standen organisatorische Prozesse im Mittelpunkt. Entwickelt wurden Ansätze für die Verwaltung von Subunternehmerunterlagen, Fuhrparkprozesse, CRM-Abläufe sowie KI-gestützte Angebotsaufbereitung und Kundensegmentierung. Ziel ist es, interne Abläufe einfacher und kundenorientierter zu gestalten.
Maler Giese
Patrick Giese zeigte eindrucksvoll, wie weit Automatisierung heute bereits gehen kann. Vorgestellt wurden Lösungen zur automatischen Verarbeitung von Auftragsbestätigungen, Dokumentenablage, Projektüberwachung sowie Material- und Rechnungsprozessen. Gleichzeitig wurden auch Themen wie Datenschutz und die Kostenentwicklung moderner KI-Dienste offen diskutiert.
S3-Medien
Auch wir haben Einblicke in unsere eigenen Entwicklungen gegeben – unter anderem in KI-gestützte Prozessautomatisierungen, digitale Urlaubsverwaltung sowie Demonstratoren für Fahrzeug- und Subunternehmerverwaltung. Unser Ziel war es zu zeigen, wie sich individuelle Software heute auf Basis sauber dokumentierter Prozesse in kurzer Zeit entwickeln lässt.
Die wichtigste Erkenntnis
Im Laufe der Werkstatt wurde deutlich, dass sich der Fokus zunehmend verändert hat.
Es geht längst nicht mehr nur darum, ChatGPT für einzelne Aufgaben einzusetzen. Vielmehr eröffnet KI heute die Möglichkeit, eigene Softwarelösungen zu entwickeln, die exakt zu den Anforderungen eines Unternehmens passen.
Der Schlüssel dazu ist eine strukturierte Prozessanalyse. Erst wenn klar ist, wie ein Arbeitsablauf funktioniert, kann KI ihr volles Potenzial entfalten.
Austausch als Erfolgsfaktor
Mindestens genauso wertvoll wie die entwickelten Anwendungen war der offene Erfahrungsaustausch zwischen den Betrieben.
In der Abschlussrunde betonten alle Teilnehmenden, dass gerade die unterschiedlichen Praxisbeispiele viele neue Ideen geliefert haben. Der Wunsch war deshalb eindeutig: Der entstandene Austausch sollte auch nach Abschluss der Werkstatt weitergeführt werden.
Genau hier könnte das Projekt ReDiKo anknüpfen. Gemeinsam möchten wir prüfen, wie ein solches Netzwerk künftig fortgesetzt und auf weitere Handwerksgewerke ausgeweitet werden kann.
Denn eines hat die KI-Werkstatt eindrucksvoll gezeigt:
Die Zukunft der KI im Handwerk entsteht dort, wo Betriebe ihre Erfahrungen teilen und gemeinsam Lösungen entwickeln.




